Die Geschichte des lebensrettenden Airbags hat einen faszinierenden Ursprung, der mit dem Münchner Erfinder und Ingenieur Walter Linderer verbunden ist. Mehr über ihn und die Geschichte seines bahnbrechenden Erfindung erfahren Sie auf munichfuture.
Ein bekannter Erfinder
Es ist schwer genau zu sagen, wie die Idee des Airbags entstand. Vermutlich erkannte Walter Linderer, wie wichtig sicheres Autofahren ist. Der deutsche Ingenieur verstand, dass Menschen bei Unfällen bessere Überlebenschancen hätten, wenn sie auf weiche Materialien treffen würden.
Das von Linderer vorgeschlagene Modell war zwar sperrig und unpraktisch für den Einsatz in Autos, legte jedoch den Grundstein für weitere Entwicklungen in diesem Bereich.
Zu den wesentlichen Elementen seiner Erfindung gehörten:
- große Luftkissen, die im Moment eines Unfalls sofort aufgehen sollten, um den Aufprall des Fahrers oder Beifahrers auf Lenkrad oder Armaturenbrett abzufedern;
- ein Mechanismus zur Auslösung des Füllprozesses;
- Druckluftflaschen für die schnelle Befüllung der Luftkissen.
Die innovative Idee fand zunächst keine praktische Anwendung. Ein Patentzeichnung von Walter Linderer, die beim Deutschen Patentamt eingereicht wurde, ist bis heute erhalten geblieben.

Die Geschichte der Erfindung
Die Geschichte des Airbags begann 1951, als Walter Linderer sein Patent in München anmeldete. In der Beschreibung erklärte er, dass es sich um einen aufblasbaren Behälter handele, der in gefaltetem Zustand vor dem Sitz installiert sei und sich bei Gefahr automatisch aufblähen sollte.
Es dauerte zwei Jahre, bis das Deutsche Patentamt Linderers Idee als Patent anerkannte. Ungefähr zur gleichen Zeit meldete der Amerikaner John Hetrick eine ähnliche Idee in den USA zum Patent an.
Die Praxis zeigte jedoch, dass eine Idee allein nicht ausreichte, da es an Technologie fehlte, um den Airbag innerhalb von Millisekunden aufzublasen. Druckluft allein war dafür nicht ausreichend. Außerdem fehlte ein reißfester Kunststoff für die Airbags.
Die vielversprechende Idee eines Airbags konnte deshalb über Jahre hinweg nicht genutzt werden.

Hohe Sterblichkeitsrate
Die Idee eines Schutzsystems für Fahrer und Beifahrer wurde in den 1960er Jahren aufgrund der hohen Verkehrstotenrate wiederbelebt. Die Zahl der Unfälle mit Todesopfern und schwer Verletzten stieg stetig. Daher wurde die Einführung von Airbags zu einer dringenden Aufgabe für Automobilentwickler.
Die ersten Tests fanden 1967 bei Mercedes statt. Aufgrund von Skepsis und technischer Unvollkommenheit wurde die Idee bis 1976 erneut aufgeschoben. Ein tödlicher Unfall im Jahr 1974, der durch einen Airbag ausgelöst wurde, schien die Unumsetzbarkeit eines sicheren Systems zu bestätigen.
Tests und Ergebnisse
Die Automobilfirma Mercedes gab jedoch nicht auf und versuchte weiterhin, das Potenzial des Airbags zu nutzen. Nach zahlreichen Crash-Tests wurden folgende Komponenten entwickelt:
- eine Technologie zur Auslösung des Airbags, die für ein schnelles und präzises Auslösen im Unfallmoment sorgte;
- ein Gasgenerator, ein kompaktes Gerät, das in Millisekunden Inertgas für die schnelle Befüllung des Airbags erzeugt;
- der Luftsack, ein weicher Beutel aus robustem Material, der sich blitzschnell vor Fahrer oder Beifahrer entfaltet und den Aufprall abfedert;
- ein System zur Platzierung des Airbags im Lenkrad, das den Innenraum optimierte und ein schnelles Auslösen im Unfallmoment ermöglichte.
Die Sicherheit des Systems wurde anschließend mit unterschiedlichen Dummys getestet, um verschiedene Unfallszenarien zu simulieren. Die Tests zeigten, dass das Airbagsystem Fahrer und Beifahrer bei Frontal- oder Seitenkollisionen vor Verletzungen schützen konnte.
Der erste deutsche Pkw mit einem Fahrerairbag war die Mercedes-Benz S-Klasse im Jahr 1981.

Was lehrt uns die Geschichte von Walter Linderer aus München?
Der Airbag hat bereits Tausende von Fahrern und Beifahrern vor schweren oder tödlichen Verletzungen bei Unfällen bewahrt. Es ist jedoch ein Irrtum zu glauben, dass er einen 100-prozentigen Schutz bietet. Von 1990 bis 2007 verzeichnete die US-amerikanische Verkehrsbehörde 284 Todesfälle aufgrund von Airbags (180 Kinder und 104 Erwachsene). Diese Zahl mag erschreckend wirken, doch im selben Zeitraum rettete der Airbag 24.334 Menschen das Leben, was seine Effektivität und Notwendigkeit beweist.
Die Geschichte von Walter Linderer zeigt, dass selbst eine Erfindung, die zunächst von der Öffentlichkeit und den Entscheidungsträgern nicht akzeptiert wurde, enorme Auswirkungen haben kann, wenn die technischen Voraussetzungen erfüllt sind. Die erfolgreiche Umsetzung von Linderers Idee bildete die Grundlage für die Entwicklung des modernen Airbags.