Montag, Februar 9, 2026

Die Katholische Kirche des Heiligen Kreuzes: Die Geschichte des ältesten erhaltenen Kirchengebäudes in München

Die katholische Filialkirche ist der einzige Beweis für die Existenz des Dorfes Freimann, das heute eine Wüstenei ist. Das älteste erhaltene Kirchengebäude in München wird auch als Heilig-Kreuz-Filialkirche bezeichnet. Mehr über ihre Geschichte erfahren Sie bei munichfuture.eu.

Erste Erwähnungen

Erstmals wurde die Kirche vor 815 erwähnt, vermutlich begann damals die Geschichte der katholischen Kirche des Heiligen Kreuzes. Im Bayerischen Staatsarchiv wird ein Dokument aufbewahrt – eine Schenkungsurkunde aus dem Jahr 815. Dieses Dokument ist offiziell das älteste, das bis heute überliefert ist.

Wie hat alles begonnen? Der Adlige Situli aus Freimann schenkte der Diözese Freising (heute die römisch-katholische Erzdiözese München und Freising) eine Holzkirche und landwirtschaftliche Flächen in der Nähe.

Kurze Zeit später weihte der sechste Bischof von Freising (810/812–835) die geschenkten Ländereien und die Kirche.

Die Architektur der Kirche

Die heutigen Einwohner Münchens kennen das spätromanische Gebäude mit seinen dicken Wänden gut. Bereits Anfang des 13. Jahrhunderts wurde das Gebäude errichtet, jedoch nach und nach erweitert. Im Jahr 1955 wurde die Kirche St. Jakob, das römisch-katholische Kloster der Armen Schulschwestern Notre Dame in München, abgerissen.

Nach diesem Abriss gab es im Zentrum Münchens keine romanischen Gebäude mehr. Die Kirche des Heiligen Kreuzes wurde somit zu einem wichtigen Beispiel romanischer Architektur in der Stadt und wurde in den 1930er Jahren zur Filialkirche der Kirche St. Albert in München-Freimann.

Einige Besonderheiten der Architektur der Kirche:

  • Der romanische Turm des Gebäudes hat Rundbogenfenster und einen Fries in 18 Metern Höhe.
  • Die Kirche ist 15 Meter lang und 7 Meter breit.
  • Bis heute erhalten ist eine Zinnenmauer mit Schießscharten an der Basis der Innenwand.
  • Es gibt romanische Fresken, die in Deutschland einzigartig und selten sind. Sie wurden mit Kalkfarbe auf roten Ziegeln des Innenraums gemalt. Die Kreise des Lebensbaums symbolisieren die Sonne, und eine der Malereien zeigt Christus in Bayern.
  • Der Großteil der Innenausstattung der Kirche stammt aus der Barockzeit.
  • Um 1740 malten Schüler der Brüder Asam ein Fresko an die Wand, das die Verehrung des Heiligen Kreuzes darstellt.

Bedrohungen des Abrisses

Da die Kirche das älteste Kirchengebäude im Münchner Raum ist, stand sie mehrfach unter der Gefahr des Abrisses. Einige dieser Fälle sind besonders erwähnenswert.

Während des Baus des Münchner Autobahnrings gab es Gespräche über den Abriss der Kirche. Der Knotenpunkt, der ursprünglich direkt über dem Friedhof und der Kirche verlaufen sollte, konnte dank des Kirchwartes Ludwig Meil verlegt werden. Im Jahr 1969 wurden die letzten Bauernhöfe abgerissen – dies war faktisch der letzte Schritt für den Autobahnbau.

Bis 1971 verfiel die Kirche, sie wurde ausgeraubt und entweiht. Dabei gingen unschätzbare Kunstwerke sowie zwei Glocken aus dem 15. Jahrhundert für immer verloren.

1984 gab es erneut Vorschläge, die Kirche abzureißen, doch öffentlicher Protest rettete das Gebäude.

Die Öffentlichkeit musste ein drittes Mal um die Erhaltung der alten Kirche kämpfen, als sie für den Bau des benachbarten Stadions Allianz Arena weichen sollte. Die Straße sowie die Brücke wurden 200 Meter nach Süden verlegt, und die katholische Kirche des Heiligen Kreuzes wurde gerettet.

Das Gemeindeleben

Die Pfarrei zeichnet sich durch Vielfalt, Lebendigkeit und das Engagement ihrer Mitglieder aus. Sie versammeln sich, um bedeutende Ereignisse im Geist Jesu zu feiern. Die Pfarrsäle sind ein Ort für Begegnungen, wo man lachen, singen, beten und Gespräche führen kann.

Die „Kirchensprache“ enthält viele Bilder für die Gemeinschaft. Oft wird die Kirche mit einem Haus aus lebendigen Steinen verglichen, mit einem Schiff, das Menschen transportiert, oder mit einem Körper, der aus vielen Gliedern besteht, die durch Jesus verbunden sind.

Das Leben der Gemeinde basiert auf den Festen und Bräuchen des Kirchenjahres, die für die Gemeindemitglieder „Wendepunkte“ darstellen. Sie teilen freudige und traurige Erfahrungen miteinander und vertrauen auf Gott.

Die Kirche bietet spezielle Gottesdienste für Kinder und Familien, Kindergruppen, Eltern-Kind-Gruppen sowie Projekte, die über bestimmte Zeiträume hinweg begleitet werden, wie Krippenspiele und Musicals.

Die Jugend kann aus verschiedenen Angeboten wählen:

  • Gruppen wie Sternsinger oder Ministranten.
  • Ferienlager der Kirche.
  • Vorbereitungsgruppen.

Auf diese Weise werden Familien mit Kindern Teil der Gemeinde. Dies betont nur, wie vielfältig der christliche Glaube und das Leben in der Gemeinschaft sind.

Ein unerschütterliches Symbol des christlichen Glaubens

Das kleine Dorf Freimann wurde praktisch vollständig zerstört, das einzige Überbleibsel ist die katholische Kirche des Heiligen Kreuzes. Sie ist die älteste Kirche Münchens, die einzige romanische Kirche in Deutschland mit bemalten Kalkmotiven. Sie hat bis heute überlebt und ist ein Symbol des unerschütterlichen christlichen Glaubens in einer künstlich geschaffenen Landschaft. Es ist bemerkenswert, wie viel die Kirche überstehen musste. Ursprünglich war sie eine Dorfkirche, die von den Einheimischen unterstützt wurde, doch dank der hartnäckigen Arbeit der Gemeindemitglieder wurde sie zu einem geachteten, gut besuchten Ort im Münchner Leben. Dank der Bemühungen der Gemeindemitglieder wurde sie mindestens dreimal vor dem Abriss gerettet und hat bis heute überlebt.

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