Am 18. September 1992 wurde in der Gemeinde Oberschleißheim im Landkreis München das Museum Flugwerft Schleißheim eröffnet. Hier werden Exponate aus der Luft- und Raumfahrtindustrie ausgestellt, darunter Starrflügelflugzeuge, Hubschrauber und Flugzeugmotoren. Vom modernen Kampfjet bis zu historischen Holzflugzeugen – hier ist für jeden etwas dabei. Mehr über das Museum und die Flugzeuge aller Epochen, die es bewahrt, erfahren Sie auf munichfuture.
Teil des Deutschen Museums
Das Flugwerft Schleißheim ist Teil des Deutschen Museums – des größten naturwissenschaftlich-technischen Museums der Welt. Die Ausstellungen zu Themen aus der Technik und Naturwissenschaften werden jährlich von mehr als anderthalb Millionen Menschen besucht. Ziel des Museums ist es, naturwissenschaftliche und technische Kenntnisse in einer anschaulichen, verständlichen und interessanten Form zu vermitteln. Die Museumsexponate zeigen anhand konkreter Beispiele die Entwicklung der Naturwissenschaften und der Technik.
Der Hauptstandort des Museums befindet sich auf einer kleinen Insel in der Isar. Darüber hinaus gibt es Filialen in Bonn und in der Nähe von München – Flugwerft Schleißheim in der Gemeinde Oberschleißheim.
Über 70 Exponate
Das Flugwerft Schleißheim wurde auf dem Gelände eines der ersten deutschen Militärflugplätze errichtet, der kurz vor dem Ersten Weltkrieg angelegt wurde. Die 8.000 m² große Ausstellungsfläche zeigt die Geschichte der Flugzeugentwicklung. Die prächtig restaurierten Gebäude des Flughafens bilden das Kernstück des Komplexes. Sie werden genutzt, um historische Flugzeuge auszustellen, Veranstaltungen zu organisieren und Sonderausstellungen abzuhalten. Es gibt auch einen Flugsimulator und die „Gläserne Werkstatt“, in der Fachleute verschiedene Flugzeuge warten.
Zu den wichtigsten Exponaten gehören:
- Das Nurflügel-Segelflugzeug Horten, das 1940 gebaut und aus den wenigen verbliebenen Teilen rekonstruiert wurde;
- Eine Sammlung deutscher Senkrechtstarter und -landeflugzeuge – also Flugzeuge, die vertikal starten und landen können, darunter Starrflügelflugzeuge, Hubschrauber und andere Rotorflugzeuge wie Zyklokopter und Kipprotorflugzeuge;
- Amerikanische Militärflugzeuge aus der Zeit des Vietnamkriegs;
- Sowjetische Flugzeuge, die aus Ostdeutschland überführt wurden.
Neben modernen Kampfjets und Raketen gibt es auch mit Stoff bespannte Holzflugzeuge. Bemerkenswert sind Flugzeuge, die eine direkte Verbindung zur Geschichte des ehemaligen Flugplatzes haben, sowie individuell angefertigte Privatflieger.
Die Gläserne Werkstatt

Ein besonderes Merkmal des Flugwerft Schleißheim ist die sogenannte „Gläserne Werkstatt“. Besucher können von einer Galerie aus den Mitarbeitern der Werkstatt bei der Restaurierung wertvoller Luft- und Raumfahrtexponate zusehen.
Die Flugobjekte im Flugwerft Schleißheim reichen von „einfachen“ mit Stoff bespannten Holzflugzeugen bis hin zu modernen Kampfjets mit Elektronik. Daher sind die Anforderungen an das Werkstattpersonal unglaublich vielfältig. Ihr Ausbildungs- und Wissensstand ist so umfassend, dass sie die meisten notwendigen Arbeiten eigenständig in der Werkstatt ausführen können, ohne Unterstützung von außen.
Führungen und Veranstaltungen
Das Museum bietet regelmäßig Sonderausstellungen, die Sie genießen können. Für Familien und Einzelbesucher werden kostenlose Führungen angeboten. Besonders beliebt sind Besuche des C-160-Flugzeugs im Freigelände und des professionellen Flugsimulators. Gegen eine zusätzliche Gebühr können Sie verschiedene Gruppenführungen und exklusive Abendtouren buchen.
Bunte historische Flugzeuge und interaktive Ausstellungen ziehen besonders Kinder an. Mit Hilfe des „Entdeckerbogens“ können junge Besucher die Exponate des Flugwerft Schleißheim selbstständig erkunden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, spezielle Kindertouren zu buchen und Kinderfeste zu organisieren.

Jedes Jahr veranstaltet das Museum das Oldtimer Fly-In, bei dem Zuschauer Starts und Landungen von Flugzeugen beobachten können. Die Ausstellungshallen und das Kommandantenhaus befinden sich im Erdgeschoss. Die Galerie ist für Rollstuhlfahrer über einen Aufzug zugänglich. Im Eingangsbereich des Museums gibt es ein Café-Shop, in dem Kaffee, Gebäck und alkoholfreie Getränke verkauft werden, sowie einen speziellen Picknickplatz.
In der Nähe des Museums befindet sich das barocke Schloss Schleißheim – die Sommerresidenz der bayerischen Herrscher aus dem Haus Wittelsbach. Es ist eine der größten Residenzen dieser Dynastie. Die Schlossgebäude sind von einem der bedeutendsten Barockgärten Europas umgeben, der von französischen Landschaftsarchitekten gestaltet wurde. Hier steht ein 300 Jahre alter Baum, der mehrere Blitzeinschläge überlebt hat.
Die Innenausstattung der Ballsäle und der königlichen Appartements des Schlosses, die von bedeutenden Künstlern gestaltet wurden, hat einen hohen kunsthistorischen Stellenwert. Die Deckenfresken schufen der Venezianer Jacopo Amigoni und der bayerische Maler Cosmas Damian Asam, und die Stuckverzierungen stammen von dem bayerischen Maler und Bildhauer Johann Baptist Zimmermann. Die Prunkräume, die Prunktreppe, der Bankettsaal, die Galerien und die repräsentativen Appartements der Kurfürsten sind die wichtigsten Elemente der barocken Schlossarchitektur. In den Prunksälen des Schlosses sind Meisterwerke der europäischen Barockmalerei zu sehen.