Ihre Geschichte verdient besondere Aufmerksamkeit. Es geht um die Bergleute aus Peißenberg und Hohenpeißenberg, die während des Zweiten Weltkriegs mehrfach nach München entsandt wurden, um zu helfen. Mehr über ihre Rolle und Arbeit erfahren Sie auf munichfuture.
Die deutschen Bergarbeitergewerkschaften
Ein Rückblick auf die Geschichte der deutschen Bergarbeitergewerkschaften ist unerlässlich, um die Rolle der Bergleute zu verstehen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Gewerkschaft IG Bergbau und Energie gegründet, die alle Bergarbeiter vereinte.
Der Grundstein für diese Organisation wurde 1865 mit dem Allgemeinen (preußischen) Berggesetz gelegt. Dieses Gesetz machte die Bergleute zu „freien Lohnarbeitern“.
Mit der Zeit begannen die Bergleute, sich eigenständig zu organisieren, da der Staat nicht mehr für ihre Lebens- und Arbeitsbedingungen verantwortlich war.
1912 gehörten in Deutschland mehr als 860.000 Bergleute verschiedenen Organisationen an:
- etwa 114.000 gehörten der Alten Organisation an (12,7 %),
- rund 78.000 waren Mitglieder der Christlichen Bergarbeitervereinigung,
- mehr als 50.000 waren Mitglieder polnischer Vereinigungen,
- etwas mehr als 3.000 gehörten liberalen Handelsvereinigungen an,
- die Mehrheit der Bergleute (72 %) war jedoch keiner Vereinigung angeschlossen.
Mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs wurden alle Arbeitskonflikte eingestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelang es, die Zersplitterung der Gewerkschaften zu überwinden und die IG Bergbau und Energie zu gründen.

Der Einsatz der Bergleute
Während des Zweiten Weltkriegs erlitt München schwere Schäden. Tagsüber wurde die Stadt von der USAAF (United States Army Air Forces) und nachts von der RAF (Royal Air Force) bombardiert. Die Zahl der Toten und Verletzten war erschreckend, und viele Überlebende verloren ihre Häuser.
In dieser Zeit wurden Bergleute aus den Gruben Peißenberg, Hohenpeißenberg und Peiting gerufen, um die Schäden zu bewältigen. Die Arbeit war umfangreich, da ganze Straßenzüge unter Trümmern begraben waren, was jeglichen Verkehr unmöglich machte. Neben der Beseitigung von Trümmern suchten die Bergleute nach Münchnern, die in Kellern eingeschlossen waren.
Sie gruben Eingänge frei, um den Eingeschlossenen Zugang zu Luft zu verschaffen, und schufen anschließend Ausgänge, um die Menschen zu retten.
Die Bergwerke
Die Bergwerke Peißenberg, Hohenpeißenberg und Peiting spielten während des Zweiten Weltkriegs eine zentrale Rolle bei der Kohleversorgung Deutschlands. Ihr Standort in Bayern galt als relativ sicher im Vergleich zu den Gruben im Westen des Landes.
Bergleute sind es gewohnt, unter extremen Bedingungen zu arbeiten und ihr Leben zu riskieren. Ihr Wissen und ihre Fähigkeiten waren entscheidend bei der Räumung von Trümmern und der Rettung von Menschen in München.
Neben der körperlich anstrengenden Arbeit war auch die emotionale Belastung groß. Die Bergleute waren Zeugen der schrecklichen Folgen der Bombardierungen, des Leids und der Verluste.

Die Geschichte eines Bergmanns
Simon Hirschwoschel (1917–1998), ein Bergmann aus Hohenpeißenberg, wurde nach München gerufen. Er und seine Kollegen waren erschüttert über das Ausmaß des Leids, das sie vor Ort sahen.
Häuser brannten, Menschen starben oder wurden verletzt. Diejenigen, die Hitler beleidigten, wurden als „verrückt“ bezeichnet und abgeführt.
Simon Hirschwoschel erinnerte sich, dass den Bergleuten untersagt wurde, über das Gesehene zu sprechen. Ein Verstoß gegen diese Regel hätte den militärischen Geist und die Moral geschwächt und harte Strafen nach sich gezogen.
Nach den Erlebnissen waren die Bergleute überzeugt, dass ein endgültiger Sieg nicht möglich war.

Arbeit unter Explosionen
Während ihrer Pausen hörten die Bergleute die dumpfen Explosionen von Bomben in München, die durch die Kiesebene gedämpft wurden.
Im Winter 1945/46 arbeiteten die Bergleute noch intensiver. Jeden Sonntag wurden Schichten für München und Augsburg eingeführt, um Kohle aus dem Oberland bereitzustellen.
Die Hoffnung auf Erholung war für die Bergleute ebenso unerreichbar wie der Sieg.