München, die Hauptstadt Bayerns, ist für seine reiche Geschichte bekannt, die ihre Wurzeln im 8. Jahrhundert hat, als sich Mönche des Klosters Tegernsee auf dem Petersbergl (deutsch: Petersbergl) niederließen. Der Name der Stadt leitet sich vom althochdeutschen „Munichen“ – „bei den Mönchen“ – ab, was auf seinen religiösen Ursprung hinweist. Heute wird München mit prächtigen Palästen und moderner Kultur assoziiert, doch unter seinen gepflasterten Straßen und modernen Gebäuden verbergen sich archäologische Schätze, die neue Kapitel in der Geschichte der Region aufschlagen. Einer dieser Funde war eine archäologische Sensation, die bei Bauarbeiten im Stadtzentrum entdeckt wurde und ein neues Licht auf die frühmittelalterliche Geschichte Bayerns wirft. Mehr dazu auf munichfuture.eu.
Kontext des Fundes
Im Jahr 2023 stießen Arbeiter bei der Sanierung eines Viertels im Bereich des Marienplatzes, des zentralen Platzes in München, auf die Überreste eines historischen Bauwerks. Die Bauarbeiten zur Modernisierung der Infrastruktur umfassten tiefe Erdarbeiten, was die Entdeckung archäologischer Artefakte ermöglichte. Gemäß der örtlichen Gesetzgebung werden alle Bauprojekte im historischen Teil der Stadt von einer archäologischen Überwachung begleitet, da München auf einem Gebiet liegt, das reich an historischen Kulturschichten ist. Archäologen des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege) nahmen unverzüglich die Untersuchungen auf, die sich als außerordentlich ertragreich erwiesen.
Der Fund umfasste die Überreste eines Steingebäudes, wahrscheinlich Teil eines frühmittelalterlichen Klosterkomplexes aus dem 8. bis 9. Jahrhundert, sowie zahlreiche Artefakte: Keramikgeschirr, Metallwerkzeuge, Schmuck und sogar Fragmente von Gräbern. Dieser Fund ist eine wichtige Entdeckung, da er die frühe religiöse und soziale Bedeutung Münchens noch vor seiner erstmaligen offiziellen Erwähnung im Jahr 1158 als Villa Munichen bestätigt.
Beschreibung des Fundes

Als Hauptteil des archäologischen Komplexes erwiesen sich die Überreste eines Steingebäudes, das nach Vermutungen der Archäologen Teil eines Klosters oder einer Kapelle gewesen sein könnte, die mit den ersten Mönchen in Verbindung steht, welche sich in der Region niederließen. Das Bauwerk bestand aus einem Fundament aus lokalem Kalkstein und Mauerresten, die in einer Tiefe von etwa zwei Metern teilweise erhalten geblieben sind. Der Baustil weist auf die Karolingerzeit hin, was der Epoche Karls des Großen entspricht, als Bayern in das Frankenreich integriert wurde.
Es wurden Fragmente von Tongefäßen gefunden, die mit geometrischen Mustern verziert sind, welche für das frühmittelalterliche Bayern charakteristisch sind. Die Tonanalyse ergab, dass ein Teil der Gefäße lokal hergestellt wurde, während andere Exemplare wahrscheinlich aus anderen Regionen des Frankenreichs importiert wurden, was auf Handelsbeziehungen hindeutet.
Die Archäologen entdeckten auch mehrere Eisenwerkzeuge, darunter Messer, Sicheln und Pfeilspitzen.
Ein besonders wertvoller Fund war ein Bronzekreuz mit eingravierten Ornamenten, das möglicherweise bei religiösen Riten verwendet wurde.
In einem an das Bauwerk angrenzenden Bereich wurden mehrere Gräber gefunden, die nach vorläufigen Schätzungen aus dem 9. Jahrhundert stammen. Die Skelette wiesen bescheidene Grabbeigaben auf, wie Halsketten aus Bernstein und Glas, was auf einen relativ hohen sozialen Status der Verstorbenen hindeutet.
Unter den Funden befanden sich Silbermünzen aus der Karolingerzeit sowie Fibeln (Gewandschließen), die mit floralen Ornamenten verziert waren. Diese Objekte zeugen von den Verbindungen Münchens zur umfassenderen europäischen Kultur jener Zeit.
Historische Bedeutung

Die Entdeckung in München ist von enormer Bedeutung für das Verständnis der Frühgeschichte Bayerns. Erstens bestätigt sie die Hypothese, dass die Region bereits vor der offiziellen Stadtgründung ein wichtiges religiöses Zentrum war. Das Kloster, dessen Überreste gefunden wurden, könnte eines der ersten christlichen Zentren in Bayern gewesen sein, das eine Schlüsselrolle bei der Christianisierung der lokalen Stämme spielte. Dies deckt sich mit historischen Aufzeichnungen über die Tätigkeit der Mönche des Klosters Tegernsee, die das Christentum in der Region aktiv verbreiteten.
Zweitens offenbart der Fund Details über das Alltagsleben und die Kultur der frühmittelalterlichen Bevölkerung. Keramikgefäße und Schmuck deuten auf eine entwickelte materielle Kultur hin, während importierte Artefakte von einem aktiven Handel mit anderen Teilen des Frankenreichs zeugen, insbesondere mit den heutigen Gebieten Frankreichs und Italiens. Die vor Ort gefundenen Münzen sind eine wichtige Quelle für die Untersuchung der Wirtschaftsgeschichte der Region, da sie den Umlauf von Silber-Denaren bestätigen, die die Hauptwährung der Karolingerzeit waren.
Drittens ermöglichen die Gräber, die soziale Struktur der damaligen Gesellschaft zu untersuchen. Das Vorhandensein wertvoller Grabbeigaben, wie Bernstein-Halsketten, deutet auf die Existenz einer Elite hin, die Zugang zu seltenen Materialien hatte. Gleichzeitig könnte die Bescheidenheit der Gräber darauf hindeuten, dass München zu jener Zeit ein kleines, aber wichtiges religiöses und Handelszentrum war.
Archäologischer und gesellschaftlicher Kontext

Der Fund in München stieß auf großes Interesse sowohl bei Wissenschaftlern als auch bei der lokalen Bevölkerung. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege kündigte Pläne für eine Sonderausstellung in der Münchner Residenz an, in der die gefundenen Artefakte präsentiert werden sollen. Darüber hinaus wird die Möglichkeit erwogen, am Ausgrabungsort einen archäologischen Park zu errichten, um den Fund für künftige Generationen zu bewahren und ihn für Touristen zugänglich zu machen.
Dieser Fund unterstreicht auch die Bedeutung der archäologischen Überwachung bei Bauarbeiten in historischen Städten. Ähnlich wie andere europäische Städte, beispielsweise Rom oder Athen, schlägt München dank solcher Entdeckungen ständig neue Kapitel seiner Geschichte auf. Beispielsweise zeigen ähnliche Funde in anderen Teilen Deutschlands, wie die „Himmelsscheibe von Nebra“ oder die „Venus vom Hohle Fels“, dass die Archäologie in der Lage ist, unser Verständnis der Vergangenheit radikal zu verändern.
Trotz der Bedeutung des Fundes sahen sich die Archäologen mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Erstens befindet sich die Ausgrabungsstätte im Stadtzentrum, wo die Bauarbeiten nicht vollständig eingestellt werden können. Dies erfordert eine schnelle und sorgfältige Dokumentation der Funde, um deren Beschädigung zu verhindern. Zweitens erfordert die Konservierung der Artefakte, insbesondere von Keramik und Metallgegenständen, spezielle Bedingungen, um deren Verfall vorzubeugen.
Zukünftig planen die Archäologen die Durchführung weiterer Untersuchungen, insbesondere Radiokarbondatierungen und geophysikalische Prospektionen der angrenzenden Bereiche. Dies könnte helfen, weitere Teile des Klosterkomplexes oder zusätzliche Gräber zu identifizieren. Darüber hinaus wird die Zusammenarbeit mit europäischen Universitäten eine vergleichende Analyse der Artefakte mit ähnlichen Funden aus anderen Teilen des Frankenreichs ermöglichen.
Bedeutung des Ereignisses

Der archäologische Fund in München leistet einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der frühmittelalterlichen Geschichte Bayerns. Er bestätigt nicht nur die religiöse Bedeutung der Region im 8. und 9. Jahrhundert, sondern enthüllt auch Details über das Alltagsleben, den Handel und die soziale Struktur der damaligen Gesellschaft. Dank der sorgfältigen Arbeit der Archäologen und moderner Forschungsmethoden hat dieser Fund das Potenzial, einige Seiten der Münchner Geschichte neu zu schreiben, da er zeigt, dass die Stadt bereits vor ihrer offiziellen Gründung ein wichtiges Zentrum war.
Für die Einwohner Münchens und für Touristen ist dieser Fund ein weiterer Anlass, stolz auf die reiche Geschichte der Stadt zu sein. Er erinnert daran, dass sich unter den modernen Straßen jahrtausendealte Schätze verbergen, die auf ihre Entdeckung warten. Zukünftig könnten ähnliche archäologische Projekte nicht nur unser Verständnis der Vergangenheit bereichern, sondern auch die Entwicklung des Kulturtourismus in Bayern fördern und München für Geschichtsliebhaber noch attraktiver machen.
Verwendete Quellen: muenchen.travel, landesmuseum-vorgeschichte.de, hallo-muenchen.