Montag, Februar 9, 2026

München, 6. Februar 1958: Einzelheiten des tragischen Flugzeugabsturzes

Am 6. Februar 1958 ereignete sich am bereits geschlossenen Flughafen München-Riem ein schwerer Flugzeugabsturz, bei dem die Mehrheit der Passagiere ums Leben kam. Diese Tragödie markierte einen Wendepunkt in den nachkriegszeitlichen britisch-deutschen Beziehungen. Mehr darüber erfahren Sie auf munichfuture.

Fußballspieler an Bord

Der Flug 609 der British European Airways machte einen Zwischenstopp in München auf dem Weg von Belgrad nach Manchester. Unter den Passagieren befanden sich Fußballspieler und das Personal des englischen Vereins Manchester United. Diese eine der talentiertesten Mannschaften strebte ihren dritten Meistertitel in Folge an und nahm an der UEFA Champions League teil, dem renommiertesten Wettbewerb Europas.

Im Viertelfinale des Jahres 1958 besiegten die Spieler den serbischen Verein Roter Stern Belgrad in zwei Spielen, das letzte davon fand in Belgrad statt. Da Manchester United wenig Zeit zur Rückkehr nach Manchester hatte, charterte die Mannschaft das Propellerflugzeug „Elizabethan Class“ Airspeed Ambassador der British European Airways. Neben den Spielern und Trainern waren auch Journalisten und Fans an Bord. Der dringende Wunsch, rechtzeitig nach Hause zurückzukehren, hatte fatale Folgen.

Zwei gescheiterte Startversuche

Der Flug nach München verlief ohne Zwischenfälle, abgesehen von einer kurzen Verspätung, da Spieler Johnny Berry seinen Pass in Belgrad verloren hatte. Am Flughafen München-Riem wurde das Flugzeug betankt, und es verbrachte über eine Stunde am Boden, bevor um 14:19 Uhr die Starterlaubnis nach Manchester erteilt wurde.

Aufgrund eines seltsamen Geräuschs der Triebwerke brach die Besatzung den ersten Startversuch ab. Da die Starterlaubnis um 14:31 Uhr ablief, hatten die Piloten noch Zeit für einen zweiten Versuch. Der Start musste erneut abgebrochen werden, da die Triebwerke überbeschleunigten. Das Flugzeug kehrte zum Terminal zurück.

Der endgültige Start

Während die Passagiere im Terminal warteten, diskutierten die Piloten ihre nächsten Schritte. In der Zwischenzeit begann starker Schneefall. Trotz der schlechten Wetterbedingungen wurden die Passagiere nach 15 Minuten wieder an Bord gebeten.

Die Piloten starteten eine Minute vor Ablauf der Starterlaubnis um 15:03 Uhr. Während des Starts rollte das Flugzeug durch Schneematsch, was zu einem tödlichen Geschwindigkeitsdilemma führte: Es war zu schnell, um den Start abzubrechen, aber zu langsam, um abzuheben.

Der Widerstand des Schneematsches führte zu Geschwindigkeitschwankungen, anstatt zur notwendigen Beschleunigung. Das Flugzeug schaffte es nicht, abzuheben, bevor es das Ende der Startbahn erreichte. Es prallte gegen einen Zaun und dann gegen ein brennendes Haus. Die Bewohner konnten fliehen, aber viele Passagiere hatten weniger Glück. 23 der 44 Personen an Bord (38 Passagiere und 6 Besatzungsmitglieder) starben, darunter 8 Spieler von Manchester United, darunter der Mittelfeldspieler Duncan Edwards.

Die Folgen für Manchester United

Neben den großen menschlichen Verlusten zerstörte der Absturz fast eine der talentiertesten Fußballmannschaften der Welt. Viele überlebende Spieler erlitten schwere Verletzungen, die ihre Karriere beendeten.

Der 24-jährige Jackie Blanchflower überlebte, erlitt jedoch schwere Verletzungen, die eine Rückkehr in den Fußball unmöglich machten. Nach der Tragödie hatte Blanchflower Schwierigkeiten, seinen Platz im Berufsleben zu finden.

Es gab jedoch auch Spieler, die sich erholten und zum Fußball zurückkehrten, wie Bobby Charlton, der die Mannschaft später zu zwei Meistertiteln führte. Der Trainer Matt Busby lag zwei Monate im Krankenhaus, kehrte aber 1968 zum Verein zurück und führte Manchester United zum UEFA-Champions-League-Titel.

Untersuchung

Nach der Tragödie wurde zunächst der Pilot als Unfallursache genannt. Spätere Ermittlungen ergaben jedoch, dass der Unfall durch Schneematsch auf der Startbahn verursacht wurde, der das Flugzeug nicht die notwendige Geschwindigkeit erreichen ließ.

Obwohl die Ermittlungen dies zeigten, beschuldigte der Flughafenleiter den überlebenden Piloten Thain. Ihm wurde vorgeworfen, das Eis vor dem Start nicht von den Tragflächen entfernt zu haben, was angeblich zur Katastrophe beigetragen haben soll. Schließlich wurde Thain 1968 von allen Anklagen freigesprochen.

Diplomatische Veränderungen

Die Tragödie von München führte zu einem bemerkenswerten Wandel in den britisch-deutschen Beziehungen, da viele Überlebende von der Gastfreundschaft der Deutschen berichteten, was die vorher vorherrschenden Vorurteile gegenüber dem Land linderte.

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