Die Münchner U-Bahn (U-Bahn München) ist ein unterirdisches Schnellverkehrsnetz, das München bedient. Der Betrieb und die Wartung des Netzes erfolgen durch die städtische Gesellschaft Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG), die auch für die städtischen Straßenbahnen, Busse und S-Bahnen verantwortlich ist. Mehr über die Geschichte und den Betrieb der Münchner U-Bahn erfahren Sie auf munichfuture.
Mehrere gescheiterte Versuche zur Eröffnung
Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten große Städte weltweit Pläne für U-Bahnen. In München dauerte es über 70 Jahre, bis die U-Bahn schließlich in Betrieb genommen wurde. Frühe Pläne zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden weder bei der Stadtverwaltung noch bei den Bewohnern Unterstützung, da das Straßenbahnnetz zu dieser Zeit den Transportbedarf der damaligen 500.000-Einwohner-Stadt noch decken konnte.
1928 tauchten erneut Pläne auf, die Straßenbahnen in München durch ein U-Bahn-Netz zu ersetzen, aber die Weltwirtschaftskrise verhinderte die Umsetzung. Es war geplant, ein Netz mit fünf U-Bahn-Strecken zu schaffen. Bereits 1910 wurde eine automatische Post-U-Bahn mit einer Länge von nur 450 Metern eingeführt, die für den Posttransport genutzt wurde, jedoch keinen Bezug zum Personentransport hatte.
Während der Jahre des Dritten Reichs kehrte man zu der Idee zurück, die Straßenbahnen im Stadtzentrum durch U-Bahn-Strecken zu ersetzen. Doch erneut verhinderte die wirtschaftliche Krise die Umsetzung des Projekts. 1938 begann der Bau schließlich, wurde jedoch drei Jahre später aufgrund von Ressourcenknappheit gestoppt. Der unfertige Tunnel diente später während der Luftangriffe als Luftschutzbunker.
Teile des Tunnels wurden nach dem Krieg mit Trümmern gefüllt, andere dienten eine Zeit lang als Pilzzuchtanlage, bis Grundwasser eindrang und das U-Bahn-Projekt unbrauchbar machte.
Die lang erwartete Eröffnung
Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte die Straßenbahn Mühe, den zunehmenden Verkehr zu bewältigen, und mit dem Wirtschaftswachstum verschärfte sich die Situation weiter. Ende der 1950er Jahre wuchs die Bevölkerung um etwa 50.000 Menschen pro Jahr (1958 zählte die Stadt rund 1 Million Einwohner). Auch die zunehmende Motorisierung trug zum Verkehrschaos bei. Täglich pendelten etwa 130.000 Menschen nach München, und 400.000 Münchner bewegten sich innerhalb der Stadt.
Deshalb griff man in den 1960er Jahren erneut die Idee einer U-Bahn auf. Als Teil der Modernisierung Münchens im Vorfeld der Olympischen Spiele 1972 wurde die städtische U-Bahn geschaffen. Der Bau begann 1966, und bereits im Oktober 1971 wurde die erste U-Bahn-Linie – 12 Kilometer zwischen Kieferngarten und Goetheplatz – feierlich eröffnet. Ein Jahr später folgte die Eröffnung der zweiten Linie. Seitdem wurde das Netz regelmäßig erweitert.
Fahrzeuge
Die Münchner U-Bahn verwendet drei verschiedene Generationen von Elektrozügen:

- Klasse A: Diese Züge wurden zwischen 1967 und 1983 gebaut. Die zweiteiligen Einheiten sind 37,15 Meter lang, 3,55 Meter hoch und 2,90 Meter breit. Ihre Höchstgeschwindigkeit beträgt 80 km/h.
- Klasse B: Diese Züge wurden zwischen 1981 und 1994 gebaut, um den ständig wachsenden Verkehrsbedarf in München zu decken. Die B-Züge haben dieselbe Größe wie die A-Züge, unterscheiden sich jedoch in der Konstruktion (insbesondere beim Frontfenster) und verwenden Drehstrommotoren anstelle von Gleichstrommotoren.
- Klasse C: Diese Züge wurden Ende der 1990er Jahre entwickelt, um die nicht mehr rentablen A-Züge zu ersetzen. Die C-Züge bestehen aus sechs Waggons. Die Fahrerstände befinden sich nur in den ersten und letzten Einheiten. Die ersten und letzten Waggons haben Längssitzreihen. In den mittleren Waggons gibt es gegenüberliegende Sitzplätze.





Im September 2021 kündigte das Münchner kommunale Unternehmen eine neue Generation von Fahrzeugen – die Klasse D – an.
Betriebszentrale der U-Bahn
Alle U-Bahn-Betriebsabläufe werden von der Münchner U-Bahn-Betriebszentrale (UBZ) aus gesteuert. Von dort aus werden die Signalhäuser entlang des gesamten U-Bahn-Netzes fernbedient. In der Regel erfolgt dies automatisch, Signaleingriffe erfolgen nur in Ausnahmefällen, z. B. bei Systemausfällen. Die Disponenten, die im U-Bahn-Betriebszentrum arbeiten, sind für den Zugverkehr, pünktliche Ankunft und Umleitung im Falle von Störungen verantwortlich. Darüber hinaus überwachen sie den Betrieb der U-Bahn durch Kameras.
Innovation
Im September 2009 wurde auf einigen U-Bahn-Stationen im Stadtzentrum sowie auf den Strecken zwischen ihnen Mobilfunkempfang eingerichtet. Das Mobilfunknetz wurde von Vodafone aufgebaut. Seit Juli 2011 gibt es Mobilfunkempfang im gesamten Münchner U-Bahn-Netz.
Darüber hinaus sind die U-Bahn-Waggons mit Bildschirmen ausgestattet, auf denen wichtige und unterhaltsame Informationen angezeigt werden. Im November 2013 wurde das Fahrgastfernsehen eingeführt. Auf dem linken Monitor werden die nächste Station, die weiteren Haltestellen und Informationen zur aktuellen Verbindung angezeigt. Der andere Monitor zeigt Nachrichten, Unterhaltung und Werbung.

Zwischenfälle
Bis 2023 gab es keine schwerwiegenden Unfälle im Münchner U-Bahn-Netz. Im September 1983 wurden zwei zweiteilige Einheiten aufgrund eines beschädigten Bremslüfters stillgelegt. Der Zug wurde am Hauptbahnhof außer Betrieb genommen und auf einem unterirdischen Gleis geparkt, wo er in Brand geriet. Die Feuerwehr traf schnell ein, aber die beschädigten Einheiten konnten nicht mehr repariert werden. Bei dem Vorfall wurde auch das Tunnelgewölbe beschädigt, aber der U-Bahn-Betrieb konnte schnell wieder aufgenommen werden.
Interessante Fakten
- Die Dichte der U-Bahn-Stationen in München pro 1.000 Einwohner ist eine der höchsten weltweit. Täglich nutzen mehr als 1,3 Millionen Fahrgäste das Netz.
- Die größte Distanz zwischen zwei U-Bahn-Stationen innerhalb der Stadt beträgt 1.708 Meter zwischen Michaelibad und Quiddestraße. Die kürzeste Distanz beträgt 513 Meter zwischen Josephsplatz und Theresienstraße.
- Die Münchner U-Bahn erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu 80 km/h. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt 34,8 km/h.
- Die längste Rolltreppe im Münchner U-Bahn-Netz befindet sich am Ausgang Lenbachplatz der Station Karlsplatz (Stachus) und hat 247 Stufen.
- Während des großen Bierfestes „Oktoberfest“ wird München besonders lebhaft. Damit die Besucher schnell zu den Festzelten gelangen können, arbeiten die Münchner Rolltreppen an den Bahnhöfen schneller.
- Das Wandmosaik in der U-Bahn-Station Moosacher St.-Martins-Platz besteht aus 76.200 einzelnen Bildern.
- An zehn U-Bahn-Stationen spielen kontinuierlich zwölf Werke klassischer Musik. Ziel dieser musikalischen Unterhaltung ist es, eine entspannte Atmosphäre zu schaffen und den Fahrgästen ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln.
- Die U-Bahn-Station Königsplatz sticht durch Kunstwerke auf der Bahnsteigebene und den Wänden hinter den Gleisen hervor. Seit 1994 befindet sich eine Ausstellungshalle über dem Bahnsteig.
- Die meisten U-Bahn-Stationen haben ein oder mehrere Zwischengeschosse, die als Sperrgeschosse bezeichnet werden. Sie verbinden mehrere Eingänge der Station mit den Gleisen.
- Die meisten Bahnhöfe sind zweigleisig und verfügen über einen Mittelbahnsteig. Bis zum Sommer 2019 war der Zutritt zu den Bahnsteigen nur mit einem Ticket oder einer Bahnsteigkarte erlaubt, die den Zugang zum Bahnsteig, jedoch keine Fahrt in der U-Bahn ermöglichte. 2019 wurde die Bahnsteigkarte abgeschafft.