München wird oft als das „Silicon Valley Europas“ bezeichnet, aufgrund der Vielzahl führender Technologieunternehmen. Die freundliche Atmosphäre macht die Stadt im Vergleich zu anderen großen Technologiezentren wie London, Paris oder Berlin zu einem einladenden Ort zum Leben. Lesen Sie weiter auf munichfuture, warum die bayerische Landeshauptstadt das „wirtschaftliche Herz“ Deutschlands und eines der größten Technologiezentren Europas ist.
Zuhause für Technologiegiganten
Im Jahr 2023 befinden sich 10 der 30 Unternehmen im DAX, dem deutschen Index der Frankfurter Börse, in München und der umliegenden Region Bayerns. Der DAX listet die 30 Unternehmen mit der höchsten Marktkapitalisierung in Deutschland auf. Unter ihnen sind Siemens (ein Unternehmen, das in den Bereichen Elektrotechnik, Elektronik, Energie, Maschinenbau, Medizin, Kommunikation und Lichttechnik tätig ist), Adidas (einer der weltweit führenden Hersteller von Sportartikeln) und BMW (ein Automobil- und Flugmotorenhersteller).

Zudem haben viele führende Weltkonzerne das Potenzial Münchens als starkes Technologiezentrum erkannt und hier ihre Standorte eröffnet. So hat Apple in der bayerischen Hauptstadt das European Silicon Design Center eröffnet und konzentriert sich auf die Entwicklung von 5G- und zukünftigen drahtlosen Technologien. Google baut ein Forschungszentrum in München, während der Internetdienstleister Amazon neue Büros im Stadtteil Schwabing eröffnet hat. Die Präsenz dieser globalen Giganten schafft zahlreiche Möglichkeiten für diejenigen, die eine Karriere in der Informationstechnologie oder anderen Technologien anstreben.

Die Wirtschaft Bayerns ist eine der stärksten in Europa. Deutschland hat die Folgen der COVID-19-Pandemie gut bewältigt. Nach dem Lockdown entstanden in der Stadt sogar mehr Arbeitsplätze als zuvor. Bereits in den frühen Phasen des Technologiebooms investierte München erheblich in die Infrastruktur, um Technologieunternehmen und IT-Fachkräfte anzuziehen.
Die Gehälter in München sind höher als in Berlin, und die Auswahl an Unternehmen und Branchen ist vielfältiger als in der Hauptstadt. Münchens traditioneller Status als Ingenieursmacht hat sich im Laufe der Jahre mehr in Richtung Softwareentwicklung verlagert, was es zu einem hervorragenden Ort für den Start einer Technologiekarriere macht.
Geburtsstätte innovativer Startups
Die Stadtverwaltung fördert Unternehmertum und bietet umfangreiche Unterstützung für Startups in jeder Entwicklungsphase. Vor allem Unternehmen in den Bereichen Transport, Software und Medizin wachsen hier. Beispiele erfolgreicher Startups sind:
- FlixBus – Ein Automobil- und Eisenbahnreiseunternehmen, das die Buchung von Fernreisen per Bus oder Zug in Europa sowie Nord- und Südamerika ermöglicht. Das Unternehmen fungiert als Vermittler, verlässt sich jedoch auf Partner, um den Transport durchzuführen.
- FINN – Ein Unternehmen, das ein Abo für Elektrofahrten anbietet. Das Abonnement ermöglicht es, ein ausgewähltes Fahrzeug zu nutzen, ohne Verpflichtungen einzugehen, und so lange, wie es benötigt wird. Kunden müssen sich nicht um Versicherungen, Wartungskosten usw. kümmern.
- Personio – Ein Softwareunternehmen, das Prozesse im Personalmanagement für kleine und mittlere Unternehmen vereinfacht oder automatisiert.
- Usercentrics – Ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich Consent-Management-Plattformen (CMP), das Unternehmen dabei unterstützt, Nutzereinwilligungen zu erhalten und die Datenschutzvorschriften einzuhalten.
- Mecuris – Ein Medizintechnikhersteller, der sich auf orthopädische Technologien spezialisiert hat und eine digitale Werkstatt zur Personalisierung von Orthesen und Prothesen anbietet.
- Temedica – Ein digitales Gesundheitsunternehmen, das moderne digitale Begleiter für Patienten mit schweren chronischen Erkrankungen entwickelt.
- Avi Medical – Ein digitales Gesundheitsunternehmen, das Telemedizin anbietet und es Patienten ermöglicht, Termine zu vereinbaren, ihre Gesundheitsdaten zu verwalten und mit Ärzten zu chatten.
- Ottonova – Das weltweit erste digitale Krankenversicherungsunternehmen, das über seine digitale Plattform Dienstleistungen für Arbeitnehmer, Selbständige, Studenten und Zusatzversicherungen anbietet.
Für diejenigen, die nicht an einer Tätigkeit in einem großen Konzern interessiert sind, bietet München die Möglichkeit, sich in einem der dynamischen Startups zu versuchen. Ambitionierte können sogar ihr eigenes Unternehmen gründen.
Führend in der Digitalisierung
Viele Münchner Hochschulen bilden nicht nur technologische Talente aus, sondern verfügen auch über starke Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen. Diese leisten einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung – einer der prägendsten Entwicklungen der modernen Zivilisation.
Die besten Ergebnisse beim Übergang von traditionellen Geschäftsmodellen zu digitalen Geschäftswegen zeigen die Automobil- und Maschinenbauindustrie. Auch Biotechnologie, Luft- und Raumfahrt sowie Umwelttechnologien entwickeln sich rasant. Dies führt zu einer hohen Nachfrage nach technischen Fachkräften in vielen Branchen.
Auch das Internet der Dinge (IoT) entwickelt sich hier stark weiter. Dabei handelt es sich um das Netzwerk von mit dem Internet verbundenen physischen Geräten. IoT erfasst nahezu alle Bereiche – von der industriellen Produktion und Medizin bis hin zu Haushaltsgeräten. In München befindet sich das Watson Internet of Things (IoT)-Unternehmen des US-amerikanischen Elektronikkonzerns IBM, einem der weltweit größten Hersteller von Computern und Software. Entwickler, Forscher, Designer und Berater arbeiten hier an kognitiven Berechnungen. Dies ist IBMs größte Investition in Europa seit den 1990er Jahren.

Zentrum für virtuelle und erweiterte Realität
Die Technologien der virtuellen und erweiterten Realität (VR/AR) erfreuen sich seit Mitte der 2010er Jahre immer größerer Beliebtheit, insbesondere im Bereich Gaming. In München gibt es mehrere Unternehmen, die an diesen Technologien arbeiten, aber das bekannteste ist Mentaio. Im Mai 2015 wurde es von Apple übernommen. Metaio hat ein Software Development Kit (SDK) für die Programmierung von PCs, Webanwendungen, mobilen Anwendungen und speziellen Offline-AR-Anwendungen entwickelt. Zudem ist Metaio der Schöpfer des kostenlosen mobilen AR-Browsers Junaio, der für Android- und iOS-Geräte verfügbar ist.
In München gibt es zahlreiche Ressourcen für das Erlernen und Entwickeln von VR und AR, wie Seminare, Workshops und andere Veranstaltungen. Diese Technologie hat sogar in einigen traditionellen Industriezweigen Einzug gehalten. So hat der deutsche Automobilhersteller Audi in einigen Autohäusern Virtual-Reality-Erlebnisse eingeführt, damit Kunden virtuell ein Audi-Fahrzeug in einer sicheren, simulierten Umgebung testen können.

Unabhängig davon, ob Sie in einem globalen Unternehmen arbeiten, einem innovativen Startup beitreten oder Ihr eigenes Unternehmen gründen möchten – die Stadt bietet zahlreiche Möglichkeiten, um Ihnen den besten Start für eine Technologiekarriere zu ermöglichen.