Temedica ist ein digitales Gesundheitsunternehmen mit Sitz in München. Das Unternehmen bietet Lösungen sowohl für Patienten als auch für andere Stakeholder im Gesundheitsbereich an. Über die Gründung von Temedica, die Apps des Unternehmens sowie die Plattform Permea lesen Sie weiter auf munichfuture.
Wer hat Temedica gegründet und wann?
Gloria Seibert arbeitete nach ihrem Studium vier Jahre lang als Unternehmensberaterin bei der internationalen Beratungsgesellschaft McKinsey & Company. Während dieser Zeit verspürte sie ein starkes Bedürfnis, ihre eigenen Ideen und Visionen zu verwirklichen. Täglich hatte sie mit der Digitalisierung zu tun – der schrittweisen Umwandlung aller öffentlichen Dienste in nutzerfreundliche Online-Services. Einige Kunden machten sich Sorgen, dass ihr Geschäftsmodell zusammenbrechen würde, während andere das enorme Potenzial der digitalen Innovationen erkannten, die schließlich die ganze Welt erfassten.

Nachdem Gloria McKinsey & Company verlassen hatte, begann sie ein Studium an einer Softwareentwicklerschule im Silicon Valley, um die digitalen Technologien besser zu verstehen.
Im Jahr 2016 gründete Gloria gemeinsam mit dem technischen Direktor Clemens Kofler das Start-up Temedica. Das Hauptziel war es, digitale Technologien zu nutzen, um Patienten das Gefühl zu geben, dass sie nicht alleine sind. Bereits im darauffolgenden Jahr konnte das Start-up erste Finanzierungsmittel gewinnen.
Womit beschäftigt sich Temedica?
Temedica entwickelt hochmoderne digitale Begleiter für Patienten mit komplexen chronischen Erkrankungen. Diese Apps bieten personalisierte Unterstützung und helfen den Patienten, sich im Gesundheitssystem zu orientieren, wobei ihre individuellen Bedürfnisse berücksichtigt werden.

Durch die direkte und langfristige Interaktion mit den Patienten generiert Temedica einzigartige und bisher unbekannte Echtzeit-Daten zum Krankheitsverlauf und zur individuellen Wirksamkeit von Therapien.
Apps von Temedica
Temedica hat mehrere innovative digitale Begleiter-Apps für Patienten entwickelt. Ziel dieser Apps ist es, das Leben von Menschen mit schweren Erkrankungen zu verbessern.
Brisa ist ein digitaler Begleiter für Menschen mit Multipler Sklerose. Die App hilft den Patienten in jeder Krankheitsphase, ihre Daten aufzuzeichnen und Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Orya unterstützt Patienten mit Psoriasis dabei, Symptome zu verfolgen, äußere Einflüsse zu dokumentieren, verschriebene Medikamente oder Behandlungspläne zu erfassen und bestimmte Krankheitskorrelationen schnell zu erkennen.

Ilio ermöglicht es Patienten, den individuellen Krankheitsverlauf bei ankylosierender Spondylitis (Morbus Bechterew) – einer chronischen systemischen Erkrankung, die vor allem die Wirbelsäule oder Gelenke betrifft und zu eingeschränkter Beweglichkeit führt – zu dokumentieren und zu messen. Die Krankheit tritt häufiger bei Männern als bei Frauen auf, meist im Alter von 20 bis 40 Jahren.
Coming Soon wurde für Patienten mit Colitis ulcerosa und Morbus Crohn entwickelt, schweren Entzündungen des Darmgewebes, die die Schleimhaut betreffen. Die App ermöglicht es, den Krankheitsverlauf aufzuzeichnen und zu überwachen.
Pelvina Daily bietet eine intelligente und, was besonders wichtig ist, kostenlose Lösung für das Beckenbodentraining. Die App enthält Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur (Intimtraining), die jederzeit und überall durchgeführt werden können. Der Beckenboden besteht aus einer Muskel- und Gewebeschicht, die die Organe im Becken stützt.

Die Plattform Permea
Jeder Patient verdient eine individuelle medizinische Versorgung. Die Bereitstellung wirklich personalisierter Lösungen erfordert jedoch ein tiefes Verständnis der Patienten. Bei Temedica arbeitet man mit Patienten, Life-Science-Unternehmen, Apotheken, Gesundheitsdienstleistern und anderen wichtigen Stakeholdern im Gesundheitswesen zusammen.
Diese umfassende Zusammenarbeit ermöglicht die Sammlung von Daten, die ein tiefes Verständnis der realen Gesundheitswelt ermöglichen. Unter Einhaltung strengster technischer und ethischer Standards nutzt Temedica Künstliche Intelligenz, um einen einfachen Zugang zu den aktuellsten Gesundheitsinformationen zu bieten.
Im Jahr 2022 stellte Temedica die Datenanalyseplattform Permea vor, die privat generierte Gesundheitsdaten von Patienten sammelt. Diese Daten stammen aus digitalen Gesundheits-Apps, wissenschaftlichen Publikationen und verschreibungspflichtigen Arzneimitteldaten. Zuvor unzugängliche Daten werden in Wissen umgewandelt, um neue medizinische und wissenschaftliche Erkenntnisse für Stakeholder und Organisationen zu liefern. Alle Aktivitäten von Permea entsprechen den deutschen Datenschutzgesetzen (DSGVO).

Die Plattform ermöglicht es, Potenziale für eine frühzeitige Patienten-Diagnose zu erkennen, das Spektrum der Indikationen für bestimmte Medikamente oder Behandlungsschemata zu ermitteln, effektive Behandlungsstrategien zu identifizieren und Zielregionen sowie medizinische Fachkräfte (HCPs) für eine optimale Vertriebsstrategie zu definieren.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Medizin werden die von Patienten generierten Daten intelligent mit anderen medizinischen Daten kombiniert und in anwendbares Wissen umgewandelt. Damit wird der persönliche Patientenerfahrungen in reale Evidenzanalyse überführt. Dies macht Permea zu einer unverzichtbaren und bahnbrechenden Technologie für viele Herausforderungen im Gesundheitsmarkt.
Individuelle Berichte und Analysen
Permea kann auf spezifische Fragen Antworten liefern und Analysen in Form maßgeschneiderter Berichte bereitstellen. Die Plattform hilft Kunden, die Bedürfnisse der Patienten besser zu verstehen und zu erkennen, wie sich Therapie und Patientenverhalten auf den gesamten Behandlungsverlauf auswirken. Permea nutzt Technologien wie maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz.