Die Bogenbrücke Reichenbachbrücke über die Isar ist aufgrund ihrer Lage ein beliebter Treffpunkt der Münchener Bevölkerung. Von hier aus kann man bequem zum Gärtnerplatz gelangen, den Auer Dulten Markt besuchen oder einen Spaziergang entlang der Isarwiesen beginnen. Auf dem rechten Flussufer befinden sich zudem großartige Spielplätze für die kleinen Münchener. Mehr über die Brücke auf munichfuture.
Vom Holz- zur Betonkonstruktion
Im Jahr 1832 errichtete der damalige Münchener Bauoffizier Karl Muffat eine Holzbrücke an der Stelle der heutigen Reichenbachbrücke, um die Vorstadt Au (heute ein Stadtteil) mit München zu verbinden. Nach ihrem Einsturz im Jahr 1840 wurde eine neue Konstruktion errichtet, die zahlreiche Hochwasser überstand.
Besonders 1899 wurde München von einem Rekordhochwasser heimgesucht. Die Reichenbachbrücke bestand die harte Prüfung der Stabilität und war eine der wenigen Brücken, die standhielten. Um zukünftige Hochwasser zu verhindern, wurden die alten Isarauen restauriert. Obwohl das Hochwasserrisiko stark gesenkt wurde, kommen immer noch viele Münchener zur Brücke, um den Wasserstand zu beobachten.
Mit der Zeit genügte die Holzbrücke den Verkehrsanforderungen nicht mehr. Zudem wurde der Wunsch nach einer direkten Verbindung zwischen dem Mariahilfplatz in der Au und der Innenstadt immer deutlicher. Deshalb schrieb München den Bau der Reichenbachbrücke und der Corneliusbrücke aus. Der Vertrag wurde mit der Firma Sager & Woerner geschlossen.
Im Juli 1901 erhielt das Unternehmen den Auftrag, neben diesen beiden Brücken auch die Max-Joseph-Brücke, die Maximiliansbrücke und die Wittelsbacherbrücke zu errichten. Sager & Woerner verlegte seinen Hauptsitz nach München, beschäftigte überwiegend Münchener Arbeiter und zog lokale Subunternehmer hinzu.
Im Sommer 1902 begann der Bau der Betonbrücke Reichenbachbrücke an der Stelle, an der zuvor die alte Holzkonstruktion stand. Während der Bauarbeiten wurde die Holzbrücke 25 Meter nach Süden verlegt. Am 17. Juli 1903 wurde die Betonbrücke für den Verkehr freigegeben, und Wappen von München und Bayern wurden an den Pfeilern angebracht.

Übrigens wurde die Brücke nach dem deutschen Erfinder und Ingenieur Georg Friedrich von Reichenbach benannt. Zusammen mit dem Unternehmer Joseph von Utzschneider und dem Mechaniker Joseph Liebherr gründete er 1804 eine optisch-mechanische Werkstatt, die jahrzehntelang die besten Theodoliten und astronomischen Teleskope herstellte.
1925 wurde die Brücke mit einer Steinfassade versehen. Bei einer Renovierung im Jahr 1964 wurden die Stahlbeton-Unterkonstruktion, die Schutzbetonschicht, die Abdichtung und die vorgefertigten Stahlbetonplatten ausgetauscht. 2000 wurde sie erneut saniert.
Die Brücke ist insgesamt 135 Meter lang. Die Verbindungen des längsten Bogens bestehen aus Stahl, die der anderen aus Blei. Der längste Bogen überspannt das natürliche Flussbett. Die Tragfähigkeit der Brücke beträgt 60 Tonnen. Interessanterweise entdeckten Bauarbeiter im Jahr 2011 unter der Reichenbachbrücke eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg, die sicher entschärft wurde.
Gleichzeitig Ruhe und Trubel
Die Reichenbachbrücke ist bei Fußgängern, Läufern und Radfahrern sehr beliebt. Über ihr erheben sich die langen Schornsteine des Heizkraftwerks und die Kirche St. Maximilian.
Bis ins 20. Jahrhundert hinein war die landwirtschaftliche Tätigkeit im Stadtteil Au Teil des Alltags: Die Menschen züchteten Schweine, fischten und verkauften Milch. Deshalb hat die Au einen ländlichen Charme, der sie von anderen Stadtteilen abhebt. Wer die Nockherstraße mit ihren alten Herbergen entlanggeht, fühlt sich, als wäre er weit weg von der Stadt.

Gleichzeitig herrscht auf der anderen Seite der Brücke das geschäftige Stadtleben. Der Kiosk Reichenbach hat fast rund um die Uhr geöffnet. In der Nähe gibt es viele Bars, Restaurants und Clubs. Die Müllerstraße war jahrzehntelang das Partyzentrum, auch für die LGBTQ+-Community. Hier verkehrten einst legendäre britische Musiker wie Freddie Mercury, Mick Jagger und David Bowie.
Die Isar – ein perfekter Ort zur Erholung
Der Gebirgsfluss Isar, über den sich die Reichenbachbrücke spannt, bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Grillen, Schwimmen, Fußball- oder Volleyballspielen und vielem mehr, dank ihres großen Flussbettes, den weiten Kiesstränden, Auen und angrenzenden Grünflächen.
Das Grillen ist nur in ausgewiesenen Zonen an den Kiesstränden mit Standard-Grills auf Gas- oder Kohlebasis erlaubt. Es ist wichtig, einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu trockenen Bäumen, Rasenflächen und Sträuchern einzuhalten. Da sich die Grillzonen aufgrund der Dynamik des Flusses ständig ändern, sollten die Beschilderungen immer überprüft werden.
Das Schwimmen in der Isar ist nur an bestimmten Stellen erlaubt. Die Isar ist nicht überall flach und ruhig. Jährlich von Mai bis Mitte September ist Floßfahren erlaubt. Sie können eine lustige Flussfahrt alleine, mit der Familie oder mit Freunden unternehmen. Auch Bootfahren und Surfen sind in bestimmten Bereichen der Isar gestattet. Der Isar-Seitenkanal bietet dank seiner moderaten Strömung.