Montag, Februar 9, 2026

Justizpalast – ein Wahrzeichen und architektonisches Wunder Münchens

Im Jahr 1897 öffnete der Justizpalast in München seine Türen. Dieses öffentliche Verwaltungsgebäude beherbergt das Bayerische Justizministerium. Es zieht Touristen mit seiner äußeren Eleganz, insbesondere den Elementen des Neobarocks, an. Der Justizpalast ist auch ein wichtiger historischer Ort, da hier viele bedeutende Prozesse stattfanden, darunter der Fall der „Weißen Rose“. Mehr dazu erfahren Sie weiter auf munichfuture.

Architektonische Perfektion

Der Justizpalast wurde vom deutschen Architekten Friedrich von Thiersch entworfen. Er wurde im Stil des Neobarocks erbaut und wird durch Bögen, Statuen auf dem Dach und eine massive Glaskuppel mit einer Höhe von 67 Metern geschmückt. Das Gebäude ist um zwei Innenhöfe herum angeordnet. Hoch über dem Karlsplatz erinnert der Justizpalast die Passanten an das alte München, als Kutschen noch das Hauptverkehrsmittel waren.

Die vier Fassaden haben unterschiedliche Proportionen. Die oberen drei Stockwerke sind von Fensterrahmen und Giebeln umgeben. An der Nordfassade fallen sechs Säulen mit korinthischen Kapitellen auf. Die offene Vorhalle im Erdgeschoss diente einst als unterirdische Durchfahrt für Kutschen. Die Ehrenvorhalle des Erdgeschosses dient als Balkon. Der dreiachsige Mittelrisalit wird von einem Giebel mit dem bayerischen Wappen gekrönt.

Obwohl viele Menschen die äußere Erscheinung des Gebäudes bewundern, wissen nur wenige, dass es erlaubt ist, den Justizpalast auch von innen zu besichtigen – und das völlig kostenlos! Das Innere des monumentalen Gebäudes ist prächtig dekoriert. Die zentrale Halle erstreckt sich über vier Stockwerke und das Gebäude umfasst fast 500 Räume, die oft als Schauplätze in Thrillern und Juristenserien verwendet werden.

Direkt hinter dem Justizpalast befindet sich das rote Steingebäude des Neuen Justizpalasts, in dem das Bayerische Verfassungsgericht und das Oberlandesgericht ihren Sitz haben.

Ein aufsehenerregender Prozess

Schauen Sie sich das Innere des Gebäudes an, wenn Sie den zentralen Atrium sehen möchten, und besuchen Sie anschließend den Gerichtssaal 253, in dem eine Dauerausstellung über den Prozess gegen die Mitglieder der „Weißen Rose“ zu sehen ist.

Das Leben unter der Diktatur Hitlers zwang viele engagierte Studenten, Widerstand zu leisten. Im Juni 1942 gründeten sie die Widerstandsgruppe Weiße Rose. Die Gruppe bestand aus sechs Hauptmitgliedern: fünf Studenten und einem Professor der Philosophie. Die „Weiße Rose“ verteilte heimlich Flugblätter, die zum Widerstand gegen das NS-Regime aufriefen.

Die Studenten verfassten sechs Flugblätter, die sie per Post verschickten und an Professoren, Buchhändler, Schriftsteller, Freunde und Bekannte versandten. Insgesamt wurden etwa 15.000 Kopien der Flugblätter verbreitet, die Haushalte in verschiedenen Teilen Deutschlands erreichten. Es war schwierig, in den damaligen harten Bedingungen eine so große Menge Papier, Umschläge und Briefmarken zu beschaffen, ohne Verdacht zu erregen. Doch die Studenten gewannen zahlreiche Unterstützer, die halfen, die Flugblätter zu verbreiten. Dank dieses Systems glaubte der Staat, dass sich Zweigstellen der „Weißen Rose“ im ganzen Land befanden.

Am 18. Februar 1943 verteilten die Geschwister Hans und Sophie Scholl Flugblätter an der Universität München. In einem Moment ließ Sophie einen Stapel Flugblätter über das Geländer in die zentrale Halle fallen. Ein Hausmeister, ein überzeugter Anhänger der Nazis, sah dies und ließ Hans und Sophie sofort verhaften.

Szene aus dem Film „Sophie Scholl – Die letzten Tage“

Nur wenige Stunden nach einem Schauprozess im Justizpalast wurden die Aktivisten enthauptet. Das Verfahren sollte demonstrieren, was mit allen geschehen würde, die ebenfalls gegen das Regime aufbegehren wollten. Hans und Sophie weigerten sich, andere Mitglieder der Gruppe zu verraten, aber sie wurden dennoch aufgespürt. Innerhalb weniger Monate wurden alle Mitglieder der „Weißen Rose“ hingerichtet.

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