Das Internet hat die Welt verändert und ist zu einem festen Bestandteil des täglichen Lebens geworden. München gilt als eine der führenden Technologiestädte Deutschlands und hat eine besondere Geschichte in der Entwicklung des Internets. In diesem Artikel erzählen wir, wie das Internet in die Stadt kam und welche Faktoren seine Entwicklung beeinflusst haben. Mehr dazu auf munichfuture.eu.
Wie das Internet in die Stadt kam
Bevor das Internet weltweit aufkam, nutzten alle das Arpanet-System. Dies war das erste Netzwerk, das 1969 gegründet wurde. Anfang der 1970er Jahre begannen europäische wissenschaftliche Einrichtungen, einschließlich der Münchner, aktiv mit amerikanischen Zentren zu kooperieren, die an das Arpanet angeschlossen waren.
In den 1980er Jahren trugen eben solche Kooperationen dazu bei, dass München sich dem globalen Internet-Netzwerk anschloss, und bereits Anfang der 1990er Jahre wurde die Stadt eine der ersten, in denen es kommerziellen Internetzugang gab. Schon Mitte der 1990er Jahre wurde das Internet aktiv an Universitäten, in Büros und in den Wohnhäusern Münchens genutzt.
Im Jahr 1996 trat der regionale Telekommunikationsanbieter M-net auf den Plan. Anfangs bot das Unternehmen Datenübertragungs- und Festnetzdienste nur für Geschäftskunden im Großraum München an, begann aber später zu expandieren.
Das frühe Aufkommen des Internets in München war ein logisches Ergebnis der wissenschaftlich-technischen Entwicklung der Stadt und ihrer Offenheit für Innovationen. Eine wichtige Rolle spielte auch die Unterstützung durch Universitäten und lokale Unternehmen.
Wie die Olympischen Spiele 1972 Innovationen anregten

Als München als Austragungsort für die Olympischen Spiele 1972 ausgewählt wurde, begann in der Stadt eine aktive technologische Entwicklung. Es entstand die Aufgabe, das schnellste System zur Datenfernverarbeitung zu schaffen, das jemals bei Sportwettkämpfen eingesetzt wurde. Dies geschah noch vor der Anbindung an das globale Netzwerk.
Während der Olympischen Spiele in der Stadt galt die Übertragungsgeschwindigkeit der Informationen vom Zentralcomputer zu den Fernschreibern als extrem hoch, obwohl die Geschwindigkeit damals nur 13 Zeichen pro Sekunde betrug.
Im Jahr 1972, als Bill Gates noch zur Schule ging, waren deutsche Unternehmen an der Spitze der Informationstechnologie. Für die Olympischen Spiele wurde das damals modernste Informationssystem entwickelt – das „Olympische Internet“, mit dessen Hilfe Journalisten stets auf dem Laufenden waren. Für den Betrieb wurden Computer des Typs 4004/45 sowie eine Vielzahl von Zusatzgeräten verwendet: Datenspeichersysteme, Datenanzeigeeinheiten usw.
Besonders stolz waren die Programmierer auf die Datenbank, die Informationen über 9000 Athleten und 6000 Mitarbeiter des Hilfspersonals enthielt. Dies waren keine Kurzinformationen, sondern vollständige Biografien.
Dank des sogenannten Olympischen Internets war es nicht mehr nötig, die Listen sorgfältig zu überprüfen, um Informationen über neue Rekorde zu erhalten. Die Computer meldeten sie selbstständig.
WLAN im öffentlichen Raum
Mit den Jahren entwickelten sich die Technologien weiter und das WLAN (Wi-Fi) kam auf. Die Stadtverwaltung begann sehr schnell, elektronische Dienste für die Bürger im öffentlichen Raum einzuführen. München ist eine der ersten Städte, in denen kostenloses WLAN im öffentlichen Raum verfügbar wurde. Die Einführung des öffentlich zugänglichen Internets war ein wichtiger Schritt in der Entwicklung der Infrastruktur. Kostenloses Internet ist auch an einigen Straßenbahnhaltestellen verfügbar. Mehr als 11 Millionen Nutzer griffen im Jahr 2021 auf das städtische Netz zu.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass München in den letzten Jahrzehnten den Weg von den ersten Schritten im Arpanet bis hin zu kostenlosem WLAN für alle zurückgelegt hat. Die Einführung des Internets wurde durch eine starke wissenschaftliche Basis, progressives Denken und Herausforderungen, wie beispielsweise die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1972, ermöglicht. Heute ist die Digitalisierung Münchens nicht nur ein Trend, sondern eine Entwicklungspriorität.